Lucas an der Universität

Lucas an der Universität
Deutschunterricht in Trujillo

Letztes Jahr im September flog ich für neun Monate nach Peru, genauer gesagt nach Trujillo, einer Stadt im Norden des Landes. Dort ergab es sich dann mehr oder weniger zufällig, dass ich dort in diesem Jahr von Februar bis Mai Deutsch unterrichtet habe, und zwar im Rahmen einerKooperation zwischen „Peru in Farbe“ und dem peruanischen Institut „DAAF“ („DivérteteAprendiendo Alemán Fácilmente“), was so viel heißt wie „Hab Spaß beim Deutsch lernen“.

 

DAAF bietet in Trujillo Deutschkurse in unterschiedlichen Niveaus an und bereitet Schüler außerdem auf internationale Deutschprüfungen des Goethe-Instituts vor. Diese Deutschkurse sind besonders interessant für Studenten, die entweder in Deutschland ihren Masterabschluss machen möchten oder vorhaben, später einmal in Deutschland zu arbeiten. Dabei sind gewisse Deutschkenntnisse hilfreich, zum Teil sogar Voraussetzung, zum Beispiel für Stipendien. Anfangs habe ich Becker Alvarez, Betreuer von „Peru in Farbe“ in Trujillo und gleichzeitig Deutschlehrer, bei seinem Unterricht geholfen. Ich habe ihn bei der Vorbereitung von Materialien und des Unterrichts allgemein unterstützt und ihm auch beim Unterrichten geholfen.

Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten war eine sehr interessante Erfahrung für mich. So habe ich die Sprache nämlich aus einem ganz anderen, ungewohnten Blickwinkel betrachtet. Zum Beispiel habe ich grammatikalische Regeln wahrgenommen, die mir vorher gar nicht aufgefallen sind, weil ich sie als selbstverständlich hingenommen habe. Ich war zum Teil echt froh, nicht in der Haut der Schüler zu stecken und selbst Deutsch lernen zu müssen, denn auch wenn die Grammatik größtenteils logisch aufgebaut ist, ist sie doch viel komplizierter als zum Beispiel im Englischen oder auch im Spanischen. Der Unterricht bestand aber nicht nur aus trockener Grammatik und Vokabeln, er war vielmehr auch ein kultureller Austausch zwischen Peru und Deutschland. Indem wir zum Beispiel gegenseitige Städte vorgestellt haben, aus denen wir kommen, haben wir auch viel über die jeweils andere Kultur gelernt.

 

Ein weiterer positiver Nebeneffekt für mich war außerdem, dass ich so mein eigenes Spanisch noch ein bisschen üben konnte. Es war nämlich am Anfang manchmal nicht ganz einfach, Regeln der deutschen Grammatik auf Spanisch zu erklären. Später habe ich dann noch einen Kurs eigenständig unterrichtet. Das war auch eine sehr interessante Erfahrung, weil hier die ganze Verantwortung für die Unterrichtsgestaltung und den Lernerfolg bei den Schülern bei mir lag. Genau diese Eigenständigkeit hat mir aber auch sehr viel Spaß bereitet, da ich so meine ganz eigenen Ideen und Vorstellungen im Unterricht verwirklichen konnte.

 

Die Atmosphäre mit den Schülern war immer sehr locker und entspannt und weil die Motivation, etwas zu lernen, bei den Schülern immer hoch war, ging der Unterricht leicht von der Hand. Vielen Dank an Peru in Farbe, Becker und die Schüler für die tollen Erfahrungen, den interessanten und auch für mich lehreichen Unterricht und allgemein dafür, dass der Deutschunterricht mir so viel Spaß gemacht hat. Ich hoffe, euch alle bald wiederzusehen!

 

Lucas
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